Freitag, 28. Februar 2014

Die europäischen Flüchtlinge in Afrika




by Joern Petersen
ÄGYPTEN 144
"Usoni" ist das suahelische Wort für Zukunft. Eine kenianische Science-Fiction-Serie zeichnet nun das Bild einer umgedrehten Welt. Durch Vulkanausbrüche und schwarze Aschewolken gezeichnet, fliehen Europäer aus einer kalten Welt, in der es für sie keine Hoffnung mehr gibt.
Europa ist am Ende und es gibt keine Hoffnung mehr, diesen Kontinent zu bevölkern. So fliehen die Menschen nach Afrika. Dort ist der einzige Ort, ein neues Leben aufzubauen. Dies ist der Inhalt der kenianischen TV-Serie Usoni deren Pilotfilm vergangenen Monat in Nairobi ausgestrahlt wurde. Es zeigt auf umgekehrter Weise, die Leiden der Migranten in anderen Ländern. Viele Afrikaner erleiden vor der Küste Lampedusas furchtbares Leid und merken, wie schwierig das Leben in Europa beginnen kann. Diese Serie zeichnet nun ein umgekehrtes Bild. Das Immigrationsmuster hat sich gewendet, jetzt sind es die Europäer, denen nur die Flucht bleibt.
Ein europäisches Paar trifft auf Menschenhändler, die bereit sind, beide nach Afrika zu schleusen. Auch hier beginnt die Reise vor der süditalienische Insel Lampedusa, allerdings in der nahen Zukunft. Fünfzig Jahre später spielt die Geschichte. Es sind grausame Menschenhändler, mit denen sie zu tun bekommen und komplizierte Visa-Vorschriften machen ihnen zu schaffen ebenso wie halb zerstörte Boote. Der französische Filmemacher Marc Rigaudis hatte die Idee zu dieser Serie. Ihm ging es darum aufzuzeigen, wie sehr die Afrikaner derzeit bei der Flucht nach Europa leiden und was  mit den Flüchtlingen in Europa geschieht. Dennoch soll der hauptsächliche Teil des Films aufzeigen, wie es den Menschen in dem fremden Land ergeht. Im Film müssen sie sich ständig vor den Integrationsbehörden in Sicherheit bringen und haben mit einer dauernden Diskriminierung der afrikanischen Gastgeber zu tun.
Zurzeit steht der französische Filmemacher in Verhandlungen mit einem kenianischen Fernsehsender, um eine komplette Staffel drehen zu können. Sein Wunsch ist es aber auch, dass die Europäer Usoni zu sehen bekommen. Schließlich hält er Europa den Spiegel vor und zeigt auf, wie grausam das Leben von Immigranten hier verlaufen kann. Ich bin mir sicher, dass es sich lohnen wird, diesen Film zu sehen. Dann werden wir auch vieles besser verstehen können.
Joern Petersen | Februar 28, 2014 um 10:33 vormittags | URL: http://wp.me/p3EdBj-VF